02. – 04.03.2018 Einweihung Pfarrzentrum

drb
„Die Offenheit soll spürbar sein“
Gemeindezentrum St. Mauritius in Neibsheim mit Festwochenende eröffnet
Eineinhalb Jahre lang hat die Gemeinde voller Spannung darauf gewartet, nun endlich konnten ihre Mitglieder und Neugierige aus dem Ort das neue katholische Gemeindezentrum St. Mauritius in Neibsheim bewundern. Fast komplett fertig ist es bis zum Festwochenende geworden. Kleinere Restarbeiten, wie das bepflanzen der Mauer beim Kellereingang stehen jedoch noch aus. Auch der ursprünglich geplante Apfelbaum, der den „Apfelbaumhof“ – so genannt, da an dieser Stelle einst ein Apfelbaum stand – schmücken sollte, ist noch nicht eingepflanzt.
Dafür ist der Hof komplett gepflastert. Das habe der „Rentnertrupp“ vollbracht, erklärte Rüdiger Kampa, Mitglied des Pfarrgemeinderats, bei seiner Führung durch die neuen Räumlichkeiten der katholischen Gemeinde. Dieser war ebenfalls auf den Fotos zu sehen, die im Bereich der Landjugend an mehreren Stellwänden angebracht waren und die unterschiedlichen Helfer und Bauabschnitte zeigten.
Großzügig und viel Licht
Durch großzügige, offene und dank der vielen Fenster lichtdurchflutete Räumlichkeiten führte Kampa die Besucher am Tag der offenen Tür. Vom Pfarrbüro und dem großen, etwa 100 Personen fassenden, Gemeindesaal kann stets auf den nahegelegenen Kirchturm geblickt werden. „Das ist sozusagen die Verbindung zwischen alt und neu“, erklärte Kampa. Im Besprechungsraum zeigte eine Bildershow den Baufortschritt des Vorhabens über die gesamte Bauzeit.
Die ursprünglich geplanten 1,1 Million Euro für das Gemeindezentrum haben sich aufgrund einer Preissteigerung und der unvorhergesehenen Belastung des Bodenaushubs auf 1,6 Million Euro verteuert, erklärte Kampa. Somit mussten kleinere Details wie der große Treppenaufgang abgespeckt und das Pflastern der momentan eingeschotterten Parkplätze für das Gemeindezentrum zeitlich nach hinten verschoben werden. Das begrünte Dach, das in der kommenden Vegetationsperiode anwachsen soll, soll dem Gemeindezentrum ein Kraichgau typisches Aussehen verleihen.
Die Akustikelemente im Gebäude selbst, sorgten für ein angenehmes Gesprächsklima, auch wenn es mit Menschen gefüllt war. „Unser Saal wurde eigens akustisch berechnet. Er ist vergleichbar mit der Elbphilharmonie, die Kosten gingen nach oben raus, aber der Klang ist toll“, scherzte Kampa. Auch soll der Gemeindesaal nicht nur für katholische Gruppen offen stehen, sondern für kulturelle und private Feierlichkeiten nutzbar sein. „Wir wollen hier auch die Ökumene leben“, sagte Kampa, und: „Die Offenheit soll spürbar sein“.
Akustisch berechneter Raum
Gegen Ende des Rundgangs präsentierte Kampa den ursprünglich nicht eingeplanten Keller. Hier steht genügend Stauraum für die Zeltlagerutensilien der katholischen Landjugend zur Verfügung. Zum Abschluss der Führung lud Kampa seine Gäste ein sich an den Getränken und dem Kuchen aus der Küche gütlich zu tun, nicht jedoch bevor er auf das ehrenamtlich arrangierte Fenster aus dem alten Pfarrhaus im Eingangsbereich hinwies.
„Viele ehrenamtliche Helfer haben hier tolle Dinge geleistet“, sagte Kampa. Auch der Mauritius, der jeden Hereintretenden begrüßt, wurde in ehrenamtlicher Arbeit restauriert. „Oben auf den Parkplätzen stand eine alte Linde, die dem Bau weichen musste. Das Holz soll zu einem ökumenischen Kreuz umgearbeitet werden und somit ein Teil von Pfarrer Wolfram Hartmann, der den Baum einst pflanzte, auch weiterhin erhalten sein“, so Kampa. „Kleine Details“ nennt er das.
Bei schönstem Sonnenschein fand am Sonntag nach dem Festgottesdienst mit Unterstützung des Kirchenchors und des Bläserensembles des Musikvereins eine Prozession zum Gemeindezentrum und dort angekommen die Segensfeier unter Mitwirkung des Männergesangvereins Liederkranz Neibsheim statt.